Tempo 30 vorm Liebfrauengymnasium

"Die Anordnung der Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern durch den Kreis Paderborn ist nicht zu beanstanden", so lautet die Kernaussage der Bezirksregierung Detmold in ihrem Schreiben an den Kreis Paderborn.

Damit kann jetzt Realität werden, was Landrat Manfred Müller bereits im April dieses Jahres angeordnet und mit Nachruck verfolgt hat: Im Bereich des Liebfrauengymnasiums in Büren dürfen Autofahrer künftig nicht schneller als 30 Stundenkilometer fahren.

Sowohl die Polizei als auch das Straßenverkehrsamt des Kreises hatten sich im Frühjahr für eine solche Tempo-Reduzierung vor der Schule ausgesprochen, weil viele Schüler die Straße überqueren würden, und das nicht nur im Bereich der eigentlich dafür vorgesehenen Fußgängerampel. Zudem werde der Seitenstreifen der Landesstraße 637 in Richtung Büren von den Schülern als Parkstreifen genutzt, so dass in diesem Bereich noch mehr Fußgänger unterwegs seien.

"Anordnung des Kreises nicht zwingend notwendig"

Zuständig für Landesstraßen ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW, der das allerdings anders sah. Sowohl das Verkehrsaufkommen als auch das Geschwindigkeitsniveau würden dem Landesstraßencharakter entsprechen.

Die Anordnung des Kreises sei somit nicht zwingend notwendig im Sinne der einschlägigen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung, da sicherheitsrelevante Auffälligkeiten – sprich: ein hohes Unfallgeschehen – nicht auszumachen sei. Der Landesbetrieb hatte deshalb die Bezirksregierung um Überprüfung gebeten.

Im Rahmen eines Ortstermins hatten sich dann alle Beteiligten einen persönlichen Eindruck verschafft und zunächst erst einmal auf eine Geschwindigkeitsmessung verständigt. Durchschnittlich fuhren die Autofahrer danach mit 58 Stundenkilometer in Richtung Stadtmitte und 52,5 in Richtung Brenken.

Zu hoch für einen Schulbereich, befand jetzt auch die Bezirksregierung und schloss sich "unter Berücksichtigung der besonderen Situation des Einzelfalls" der Auffassung des Landrats an. Außerdem sei die Überwachung der Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h unbedingt erforderlich, so die Empfehlung aus Detmold.

"Daran gewöhnen, an sensiblen Stellen grundsätzlich langsamer zu fahren"

"Ich bin sehr froh und erleichtert über dieses Ergebnis", so Müller. "Wir müssen uns daran gewöhnen, vor sensiblen Stellen wie Kindergärten und Schulen grundsätzlich langsamer zu fahren."

Zuständig für die Umsetzung der Geschwindigkeitsbeschränkung ist der Landesbetrieb Straßenbau NRW. Sobald die Schilder stehen, werde gerade in der Anfangszeit das Tempo-30-Gebot überwacht werden, so die Ankündigung des Landrats.

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Dokument erstellt am 05.10.2006 um 18:15:18 Uhr
Erscheinungsdatum 06.10.2006 | Ausgabe: PADERB | Seite: 02