Kriminalpolizei symbolisch zu Grabe getragen

Ihren Unmut über die in ihren Augen sicherheitsfeindliche Politik von Innenminister Dr. Ingo Wolf (FDP) machten am Samstagmittag rund 30 Kriminalbeamte aus dem Hochstift, den Kreisen Bielefeld, Gütersloh und Soest während des Bezirksparteitages der ostwestfälischen Liberalen im Airport-Forum mit übergroßen Bannern und Handzetteln Luft.

Eine Beamtin aus Gelsenkirchen hatte sogar ihren Rettungshund mit nach Ahden gebracht.

In einer Traueranzeige trugen die Demonstranten die Kriminalpolizei in Nordrhein Westfalen symbolisch zu Grabe. Nur wenige Delegierte hatten bei klirrender Kälte ein offenes Ohr für die vorgebrachten Anliegen. Martin Schilp, Hauptkommissar bei der Kripo in Paderborn, erläutertdie Problematik. „Wir fordern eine getrennte Ausbildung bei der Schutz- und Kriminalpolizei statt der bestehenden Einheitsausbildung“ , so Schilp. Verdruss bereiten den Kriminalbeamten im Land auch die kaum vorhandenen Karrierechancen und die Überalterung der Beamten.

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (FDP) versprach im kurzen Gespräch mit Schilp, sich mit den Sorgen der Kriminalbeamten zu beschäftigen. Etwas konkreter wurde der mit viel Verspätung angereiste FDP-Landesvorsitzende Prof. Andreas Pinkwart. „ Er hat unserem Landesvorsitzenden Wilfried Albishausen ein Gespräch angeboten“, erklärte Schilp gestern gegenüber der NW. Die Unterhaltung sein vernünftig geführt worden. Andere Liberale hätten dagegen zum Teil sehr arrogant und abweisend reagiert.

FDP-Bezirksvorsitzende Gudrun Kopp lobte unterdessen die Arbeit der Polizei. Sie kündigte an, die vorgebrachten Forderungen ernst zu nehmen. Die Kripo im Kreis Paderborn besteht aus 92 Beamten. ¦ OWL

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Paderborner Kreiszeitung, Montag 08. März 2010